Biografie
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Peter Heppner: solo Album Bio 2008
Am 12. September 2008 erschien endlich das Album, auf das Freunde ebenso intelligenten wie emotionalen Pops schon seit langem warten: Peter Heppners schlicht „solo“ betiteltes Album ist der erste musikalische Alleingang der vielleicht markantesten Stimme Deutschlands.
Seit 20 Jahren ist Heppner als Frontmann einer der erfolg- und einflussreichsten Bands der jüngeren, deutschen Musik-Geschichte bekannt. Mit dem Elektro-Pop- und Dark-Wave-Act Wolfsheim hat der Hamburger alles erreicht, was man nur erreichen kann: bis heute im Radio präsente Hit-Singles (u. a. „Kein Zurück“, „Once In A Lifetime“, „Find You’re Here“, „Blind“), Edel-Metall für und Top-Chart-Platzierungen der Alben („Casting Shadows“, „Spectators“), Headliner-Auftritte bei riesigen Festivals und ausverkaufte Tourneen in Europa sowie den USA plus die höchste Auszeichnung, die die deutsche Musikindustrie zu vergeben hat – den Echo. Und all das auf einem kleinen, unabhängigen Label, ohne dabei jemals an Indie-Kredibilität zu verlieren oder kreative Zugeständnisse zu machen.
Doch auch jenseits des Maßstäbe setzenden Duos ist Peter Heppner Dauergast in den Hitparaden sowie auf den Rotationen bzw. Playlisten von TV-Musiksendern und Radiostationen. Seine beeindruckende Serie von Kollaborationen mit den unterschiedlichsten Kollegen begann im großen Stil mit „Die Flut“ an der Seite von Joachim Witt. Das atmosphärische Duett leitete 1998 nicht nur das Comeback des einstigen NDW-Helden ein, sondern avancierte zu einem der meistverkauften, meistgespielten und meistdiskutierten Lieder des Jahres.
Es folgten die Hit-Singles „Dream Of You“ (2001, mit einem Echo prämiert) und „Leben … I Feel You“ (2004) mit dem Ambient-Pop-Projekt Schiller, die zwei umjubelte Tourneen nach sich zogen. „Wir sind wir“ (2004) wiederum wurde mit Star-DJ Paul Van Dyk eingespielt und im Folgejahr beim offiziellen Festakt zum 15. Jahrestag der Deutschen Einheit mit dem Filmorchester Babelsberg vor Mitgliedern der Bundesregierung und internationalen Staatsgästen aufgeführt. Außerdem landete der Sänger Chart-Erfolge in Zusammenarbeit mit den Dark-Wavern Goethes Erben („Glasgarten“, 2001) sowie im Trio mit seinen Kolleginnen Milù und Kim Sanders („Aus Gold“, 2004).
Diese beachtliche Präsenz auch außerhalb der Gruppe führte immer wieder zu Erkundigungen von Fans und Medien, wann denn nun endlich mit einem Alleingang des Mannes mit dem einmaligen Timbre zu rechnen sei. „Erste Angebote für einen Solovertrag kamen bereits nach ‚Die Flut’. Doch damals sah ich nicht die Notwendigkeit, erläutert Heppner.
Aufgrund der Erfolge mit Schiller und Van Dyk häuften sich dann sogar die Nachfragen aus dem Ausland. „Da wurde für mich selbst der Gedanke, auf künstlerischer Ebene ein Projekt ganz allein durchzuziehen, immer interessanter. Mir unabhängig und eigenständig die Lieder, Produzenten und Co-Komponisten auszusuchen, war eine Herausforderung, der ich mich unbedingt stellen wollte. Und nachdem Warner Music mit einem sehr guten Angebot an mich herantrat, begann mich die Frage ‚Wie würde eigentlich ein Peter-Heppner-Soloalbum klingen?’ mehr und mehr zu interessieren.“
Nach einigem Experimentieren und Ausprobieren kristallisierten sich zwei Namen als Produzenten für „solo“ heraus. Der Wolfsheim-Fans schon lange bekannte José Álvarez-Brill (Witt, De/Vision, Kosheen, Xandria) hat drei der zehn Stücke nicht nur co-komponiert, sondern außerdem in Berlin studiotechnisch betreut. Der Rest des Albums wurde in London mit dem renommierten Schotten Peter-John Vettese aufgenommen, der über die Jahre bereits u. a. für die Pet Shop Boys, Frankie Goes To Hollywood, Dido, Clannad, Annie Lennox, Simple Minds oder Melanie C. tätig war.
Speziell durch die Arbeit mit Vettese erhielt die von Presse und Anhängern schon immer viel beachtete Textarbeit des Sängers noch einmal einen zusätzlichen Auftrieb. Obwohl einige seiner größten Erfolge in Deutsch verfasst wurden, verwendet er seit Beginn seiner Karriere hauptsächlich die englische Sprache. Ein Umstand, der sich auf „solo“ nicht ändern sollte und durch den Aufnahmeort London natürlich noch einen ganz besonderen Drive erhielt.
„Dadurch, dass wir in Großbritannien produzierten, musste ich den ganzen Tag Englisch sprechen. Nicht nur im alltäglichen Rahmen, sondern eben auch über teilweise sehr komplexe musikalische Zusammenhänge“, erinnert er sich. „Was mir im Vorfeld noch einige Bedenken bereitete, stellte sich letztlich als wahrer Glücksfall heraus, da ich quasi bis zum Hals in der Sprache drin steckte. Ich bekam ein ganz neues Gefühl für ihre Melodik. Was mir sehr geholfen hat, Gefühle und Gedanken noch treffender transportieren und in Worte fassen zu können.“
In der Tat: Die Texte von beispielsweise „Suddenly“, „No Matter What It Takes“ oder „Being Me“ erreichen bei aller Offen- bzw. Direktheit eine Tiefe und Intensität, die selbst für Heppner bemerkenswert ist und dazu perfekt durch immens pointierte Kost wie „Alleinesein“ oder dem unmissverständlichen „I Hate You“ ergänzt wird.
Dieses Selbstbewusstsein manifestiert sich nicht nur lyrisch, sondern gleichfalls in der musikalischen Vielseitigkeit des Longplayers. Der Gute-Laune-Single „Alleinesein“ stehen introvertiertes Material à la „Easy“, melancholisch-breitwandige Stücke vom Schlage „Suddenly“ und stilistisch Vielschichtiges wie „Walter“ oder „I Hate You“ gegenüber, die in ihrer Kombination dennoch ein ausgesprochen homogenes Ganzes ergeben.
Natürlich wird Peter Heppner auch live zu erleben sein. Eine Konzertreise durch Deutschland ist für den Herbst geplant, bei der es neben den Stücken von „solo“ u. a. die Schiller-, Witt- und Van-Dyk-Kooperationen bzw. ausgewählte Wolfsheim-Titel zu hören geben soll. Heppners Begleitband wird sich dabei aus den Keyboardern Lothar Manteuffel (Rheingold, Elektric Music) und Dirk Riegner (Alice 2, Milù) sowie den bereits von den letzten Wolfsheim-Tourneen bekannten Carsten Klatte (Cassandra Complex, Project Pitchfork) an der Gitarre und Schlagzeuger Achim Färber (De/Vision, Phillip Boa) zusammensetzen.
